Mai 2013:

Kirschbaum mit Keramikblüte
Link zum Bericht im Echo

Auf dem Gelände des Kulturzentrums steht jetzt eine weitere Böttiger-Skulptur

Kirschbaum mit Keramikblüte

Eine neue Skulptur steht seit Kurzem im Hof des Biebesheimer Faselstalls. Künstler Horst Böttiger (Mitte) – im Bild mit Assistent Ludwig Werner (links) und Ehefrau Marita – nennt sie „Die Wiederkehr“. Foto: Robert Heiler


Blut geleckt hat Horst Böttiger bei den Arbeiten für das Hundertwasserhaus in der Darmstädter Waldspirale vor zwölf Jahren. Dort ist der Fliesen- und Mosaiklegermeister eigentlich nur seinem Beruf nachgegangen. Er hat aber auch eine andere Ader in sich entdeckt: die Lust am Kreativen. Im Nachhinein lässt sich leicht sagen, dass die Beschäftigung mit Keramik geradezu auf der Hand lag.

Jetzt präsentierte Böttiger am Kulturzentrum Faselstall sein neuestes Werk. „Die Wiederkehr“ ist ein entrindeter Kirschbaum, der eine 180 Kilogramm schwere Kugel trägt. Auf dem Koloss aus gebogenem Baustahl, Drahtgewebe und Zementputz zeigt ein Mosaik eine aufbrechende Blüte. Den Stamm des Baums umranken Efeu-Wurzeln.

Ihren Namen trägt die Skulptur deshalb, weil mit ihr der Kirschbaum, der bei der Neugestaltung des Vorgartens gefällt wurde, erneut zu Ehren kommt, wie Marita Böttiger vor Gästen am Faselstall ausführte. Die Blüte symbolisiere den sich wiederholenden Vorgang des Entstehens und Vergehens. Horst Böttiger dankte Ludwig Wenner für die Hilfe bei der Ausführung, bevor er gemeinsam mit ihm die Skulptur enthüllte.

Seit er seine Passion entdeckt hat, gestaltet Horst Böttiger seine Skulpturen fast im Zwei-Jahres-Rhythmus. Der Hof des Faselstalls ist deshalb auch Refugium für ein Schwein, den Spiegelbaum oder die Dame ohne Gesicht. „Ich mache das auch für die Gemeinschaft“, sagt Böttiger, „denn die Besucher erfreuen sich daran.“ Das kann die Betreiberin des „Bistrot de Vinotage“ nur bestätigen.

Idee zum „Überflieger“kam beim Autofahren

„Überflieger“ heißt ein anderes Objekt, zu dem Böttiger die Idee beim Autofahren gekommen ist. Zu Hause zeichnet der Hobbykünstler bei solchen Objekten die Grundstruktur, die er schließlich weiterentwickelt. Ein Vierteljahr hat er an der „Wiederkehr“ gearbeitet, andere Werke nehmen mehr Zeit in Anspruch. So entstand der Kuhbrunnen in anderthalb Jahren. Er zeigt vier Kühe, die in die Himmelsrichtungen weisen. Geziert sind sie mit den Monogrammen der Böttiger-Familie und einer Phrase aus der römischen Antike, die einen Grundsatz sozialen Verhaltens beschreibt: „Do ut des – Ich gebe, damit du gibst“.